Sky So High

Roadtrip hinauf die Ostküste – Los gehts!

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Wie bereits gesagt, starteten wir unseren Roadtrip am 05.01.14. Unser Auto, einen Mitsubishi Pajero, Bj. 1990, mit Dachzelt und LPG Gasanlage, kauften wir für insgesamt 4.400$. Geteilt durch drei machte das dann ca. 1470$ für jeden von uns, was ungefähr 1.000€ entspricht.
Über unser Auto kommt bald noch ein seperater Blogpost!

Hier kommst du zu meinem Blogpost über den ersten Monat, und hier zum Blogpost über den zweiten Monat in Australien.

Die ersten 3 Tage

Die ersten 3 Nächten standen wir auf einem Parkplatz in der Nähe von Manly Beach, ca. 30km nördlich von Sydney. Das Wildcampen ist in Australien leider überall verboten, und wenn man von einem Ranger erwischt wird, muss man mehrere hundert Dollar Strafe zahlen. Das Risiko haben wir aber 2 Wochen lang auf uns genommen, bis auf eine einzige Ausnahme, und haben immer wildgecampt.
Nachteile daran sind zB., dass, wenn man überhaupt Duschen hat, diese eiskalt und öffentlich sind. Auch die Toiletten sind meistens ziemlich heruntergekommen, und meistens hat man sogar nur ein Plumpsklo, was ich anfangs ziemlich ekelhaft fand. Vor allem wenn es mitten im Nationalpark ist, überall Spinnen herumkrabbeln und man noch nicht mal ein Licht hat. Erstaunlicherweise habe ich mich aber nach ein paar Tagen daran gewöhnt, und mittlerweile macht es mir gar nichts mehr aus.

Tagsüber haben wir die ersten 3 Tage eigentlich nur alles organisiert, unsere Autos für den Roadtrip vorbereitet, uns grob eine Route überlegt und die Freiheit genossen. Am Abend saßen wir zusammen, haben geredet, getrunken und geraucht. Yeah, raus aus der Stadt und hinein ins Abenteuer, endlich war es so weit! Wir alle konnten es fühlen und kaum erwarten.
Insgesamt waren wir zu diesem Zeitpunkt noch 8 Leute mit 3 Autos: Maurits und Andi, mit denen ich mir ein Auto teile, Bianca und Matze, die sich ein Auto teilen, Leo, die ein eigenes Auto hat und Gesa + Shay, die bei Leo mitfuhren.

Vor allem mit Gesa verstand ich mich von Anfang an super. Wir hatten ja in der 902 schon mehrere Wochen zusammen gelebt, und als wir dann den Roadtrip starteten, hatten wir sogar noch mehr Spaß zusammen als zuvor. Sie ist einer der Menschen, die permanent gute Laune verbreiten, einem immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern, jede dumme Aktion mitmachen, aufrecht, schlau und ehrlich, aber gleichzeitig auch verrückt sind, und die es absolut nicht kümmert, was andere über sie denken. Einfach jemand, den man auf Anhieb sympathisch findet. Mit so einer Person Zeit zu verbringen macht mehr Spaß als alles andere, vor allem, weil es niemals langweilig wird.

Der wunderschöne Tag 4

Am vierten Tag unseres Roadtrips starteten wir dann endlich richtig durch: Erstes Ziel war Palm Beach, ca. 20km von Manly entfernt. Na ja, laut Lonley Planet sollte das einer der besten Strände überhaupt sein, weshalb wir ihn nicht verpassen wollten, aber irgendwie hat er keinen von uns so wirklich überzeugt. Schöne Strände hatten wir in den letzten Monaten ohnehin genug gesehen, wir wollten jetzt etwas Neues, spannendes erleben!
Da kam es ganz gelegen, dass Bianca mal von wild lebenden Kangaroos gehört hat, ca. 200km von Sydney entfernt, welche zahm sind und sich streicheln lassen. Also entschlossen wir einfach spontan dort hinzufahren, was wirklich eine gute Idee war. Als wir nach ein paar Stunden Autofahrt endlich ankamen, wurden wir nicht enttäuscht: Es waren ca. hungrige 10 Kangaroos auf der Wiese, die wir mit Karotten fütterten. Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl, wilden Kangaroos zu begegnen, als im welchen im Wildlife Park zwischen Zäunen. Yes, ich fühlte mich gut.

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Danach suchten wir uns wieder einen Parkplatz zum übernachten, in irgendeinem kleinen Dorf direkt am Meer. Dort haben wir noch ein BBQ gemacht, und als wir eigentlich schlafen wollten, erfuhren wir, dass dort regelmäßig Ranger zur Kontrolle kommen, und wir uns besser einen anderen Platz suchen sollten. Also fuhren wir ein paar ein paar Kilometer weiter an einen anderen Strand, an dem es die Ranger angeblich etwas lockerer sehen.
Wir hatten schon einige Bier getrunken, und als wir ankamen, fühlten wir uns eigentlich totmüde, aber irgendwie wollten Maurits, Gesa und Ich noch nicht ins Bett, wie fast jeden Abend.
Also packten wir unsere Schlafsäcke, ein paar Bier, drehten einen Joint und legten uns an den Strand. Es hatte den ganzen Tag fast 40° gehabt, und als wir dann in unseren Schlafsäcken am Strand lagen und die kalte Meeresluft uns abkühlte, war das unbeschreiblich angenehm. Am gleichen Abend sah ich auch das erste mal mehr Sterne als schwarzen Nachhimmel außenherum: Wirklich, der Himmel glänzte und der ganze Strand wurde dadurch hell erleuchtet, das war fast schon surreal.
Kurz darauf hatten wir so gute Laune, dass wir irgendwann beschlossen, ich denke es war gegen 3:00 Uhr Nachts, unsere Klamotten auszuziehen und ins Meer zu springen. Oh ja, das war eine gute Idee, endlich haben wir unsere Körpertemperatur wieder zurück auf den Normalzustand gebracht.
Irgendwann gegen 4:00 Uhr sind wir dann am Strand eingeschlafen. Das war mein, bis dahin (!), bester Abend in Australien, ich fühlte mich besser als jemals zuvor.

Wir hatten keine Ahnung wo wir sind, dachten aber, dass wir an irgend einem abgelegenen Strand sind.
Falsch: Wir wurden am nächsten Morgen von hunderten Menschen aufgeweckt, die um uns herumgingen, und wir lagen mittendrin in unseren Schlafsäcken.
Also sind wir schnell zurück zum Auto, haben geduscht, den Rest vom BBQ als Frühstück gehabt, und sind weitergefahren.

4 Wheel Drive, Baby

Matze ist ausgebildeter Fallschirmspringer, und weil ein paar Kilometer weiter ein Sprungplatz war, fuhren wir alle erst mal dort hin. Nebenan war gleichzeitig eine Touristen-Information, die wir fragten, wo man hier am besten umsonst campen kann. Und der Tipp des Mitarbeiters war wirklich Gold wert: Ca. 40 Kilometer weiter gab es einen Nationalpark, in dem man zwar nicht offiziell campen darf, es aber wohl geduldet wird. Also haben wir im Aldi noch schnell etwas zu Essen gekauft, (Ja, hier in Australien gibt es auch Aldi!), und sind dann direkt in den Nationalpark gefahren.

Die Fahrt dahin war wirklich cool: Irgendwann endete die Straße einfach und wir fuhren Off Road weiter. Endlich wurde unser 4 Wheel Drive mal unter Beweis gestellt.
Es war ca. 6:00 Uhr Abends als wir endlich den Platz im Nationalpark fanden, an dem wir die die Nacht über bleiben wollten.
Irgendwie hatten Maurits und ich aber mal wieder nicht genug, schnappten uns die Autoschlüssel, fragten Gesa und Leo ob sie mitkommen wollten, und fuhren dann zu viert noch ca. 1 Stunde Off Road durch den Nationalpark.

Ich bin ein Idiot

Die ersten 10 Minuten waren noch ganz lustig: Wir fuhren Vollgas durch ein paar Schlaglöcher, drifteten ein bisschen im Sand und Matsch, bis wir irgendwann an eine kleine Gabelung kamen. Klar, da biegen wir ab, das sieht abenteuerlich aus, dachten wir.
Ein paar Minuten später kam dann eine mehrere meterlange „Pfütze“. Jedenfalls dachte ich, dass es nur eine Pfütze ist.
Im Nachhinein war das natürlich unmöglich, weil wir mitten im australischen Hochsommer sind und es hier seit Wochen nicht geregnet hat.
Also gab ich Vollgas und fuhr darauf, ich nenne es ab jetzt mal Wasserloch, zu.
Schon nach ungefähr 2 Metern kamen wir zum stehen und das ganze Heck war bis zum Radkasten, das sind ca. 1 Meter, im Wasserloch versunken. Die Motorhaube stand ungefähr 80cm im Wasser. Der Motor lief noch für ein paar Sekunden, und aus Reflex gab ich natürlich Vollgas, um da wieder rauszukommen.
Als es dann allerdings plötzlich aus der Motorhaube anfing zu rauchen, merkte ich, dass das nichts bringt und ich den Motor lieber ausstellen sollte.
Okay, ich lasse den Motor kurz abkühlen und versuche es gleich noch mal: Ich drehte den Schlüssel nach ein paar Minuten herum, doch nichts passierte. Der Motor ging nicht mehr an. Absolut keine Reaktion.
Scheiße, ich glaube ich habe gerade unser Auto zerstört, dachte ich.
4.400$ die ich jetzt an die anderen Auszahlen muss, das war es dann erst mal mit Reisen für mich.
Wir waren alle wirklich geschockt.
Maurits und ich stiegen dann aus dem Auto aus, um nachzusehen, wie tief das Wasser wirklich war. So viel dazu: Ich bin 1.78m groß und bin bis zu meiner Leiste im Wasserloch versunken.

So viel erst mal zu den ersten 5 Tagen unseres Roadtrips.
Die nächsten Tage waren mindestens genau so abenteuerlich, aber dazu gibt es bald mehr in einem neuen Blogpost.

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Wer schreibt hier?

Hi, ich bin Alex! Reisen war schon immer meine Leidenschaft. Nach vielen Trips quer durch Europa und knapp einem Jahr in Australien, bin ich jetzt erst mal wieder in Deutschland gestrandet. Da mich allerdings der "Travelbug" gebissen hat, geht das Reisen natürlich weiter! Hier findest du Erfahrungen aus erster Hand, hilfreiche Tipps und Empfehlungen. Enjoy!

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