Sky So High

Die ersten 5 Tage in Australien

5tage

** Vorsicht: Das ist ein persönlicher Blogpost, in dem es nur um mich geht. Erwarte dir keine nützlichen Informationen, wie du sie in meinen anderen Blogposts findest 😉 **

 

Der Anfang.

Ich habe mich seit Monaten auf Australien gefreut. Eigentlich jeden einzelnen Tag. Ich habe so viel darüber gelesen, mich so tiefgehend damit beschäftigt, dass relativ schnell klar war: Yeah, das muss einfach nur geil werden!

Doch das waren die ersten 3 Tage gar nicht. Keine Ahnung, war es Heimweh, Angst, Einsamkeit oder einfach alles zusammen: Die ersten Tage waren einfach nur scheiße. Der oberflächliche „BlaBla-Small-Talk“ im Hostel hat mich auch einfach nur genervt. Andererseits habe ich mich aber auch so einsam gefühlt, dass ich um (fast) jedes Gespräch froh war. Ein war einfach ein Teufelskreis..

Es waren einfach zuviele furchtbare Gefühle, die da zusammen kamen, und vor allem waren es welche, die ich (jedenfalls in diesem Ausmaß) bisher noch gar nicht kannte! Erst nach ein paar Minuten googlen fand ich heraus, dass das wohl einfach nur „Heimweh“ ist. Hm. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das jemals zuvor hatte..

Time to meet the locals!

Zuerst wollte ich mir Sydney eigentlich alleine anschauen, ich habe ja schließlich genug Blogs gelesen und kenne alle coolen, sehenswerten Plätze. Als ich dann im Hostel sah, dass eine Stadtführung angeboten wird, hatte ich deswegen auch erst mal keine Lust drauf. Schließlich bin ich ja ein megacooler Backpacker, ganz alleine am Ende der Welt, der keine Lust hat, an einer touristischen Aktivität teilzunehmen. Aber.. bei diesen Dingen lernt man halt eben am leichtesten Leute kennen. Na gut dachte ich mir, gehst du halt mal mit. Und zum Glück hab ich es gemacht..

Gleich am Anfang habe ich Kei kennengelernt. Er ist Japaner und lebt in T0kyo. Ein sehr netter Typ. Nach dem wir viel miteinander geredet haben, sagte er mir, dass er hier in Australien eine Freund habe, mit dem er sich heut Abend trifft. Er fragte mich, ob ich nicht mitkommen möchte. Klar will ich Locals kennenlernen!

Also sind wir danach zu Lewi gefahren. Er arbeitet in einer sehr bekannten Werbeagentur in Sydney und ist der personifizierte, typische Australier: chillig, locker, übertrieben freundlich, lustig und trinkfreudig. lui1Sofort nachdem er uns die Tür öffnete, begann er ein Gespräch mit mir, bot mir Bier an, und hörte nicht mehr auf mit mir zu reden. Er wohnt mit seinen Eltern in einer Villa, direkt neben der Harbourg Bridge, Baujahr 1880, die sie vor vielen Jahren „relativ“ günstig gekauft haben. Beeindruckendes Gebäude.

Es war zwar schon der 01.11., aber trotzdem veranstaltete ein Freund von Lewi eine 2nd Helloween Party. Lewi sagte, dass die das immer zweimal feiern. Innerhalb einer Stunde kamen dann noch 4 seiner Freunde zu Lewi nahhause. Alle waren total nett. Ich habe das zuerst auch gar nicht so richtig verstanden, als er irgendwas von Dinner redete, sondern nur, dass ich mich jetzt mit den anderen mal an den Tisch setzen solle. Okay. Plötzlich kamen dann noch seine Eltern dazu. Wie erwartet: Auch sie waren typische Australier. Also haben wir gleich mal alle angefangen zusammen zu trinken und Witze zu machen. Sie wollten unbedingt von mir wissen, was in Deutschland das schlimmste Schimpfwort überhaupt ist. Etwas, das so asozial ist, dass man es niemals vor seinen Eltern aussprechen würde. Darauf fiel mir dann auch direkt eins ein, und gleich nachdem ich es ihnen sagte, brüllten es alle für ein paar Sekunden lang und lachten sich zu Tode. Lewi brüllte es noch den ganzen Abend auf der Halloween Party, auf die wir danach noch gingen, in der Hoffnung, es sind auch Deutsche anwesend und würden es verstehen. Aber Nöö, ich blieb der einzige. (Du weißt was ich meine, oder?)

Irgendwann kam dann auch das Essen. Oh man, war das geil. Ich habe mich seit 4 Tagen nur von Toast und Nudeln mit Tomatensauce ernährt, daher schmeckte es wahrscheinlich mindestens doppelt so gut. Es gab Lachs, Erbsen, Spargel und irgendeine selbstgemachte Sauce. Hmmm…lui3

Während dem Essen habe ich mich lange Zeit mit Lewis Vater unterhalten. Er ist Musiker, relativ erfolgreich sogar. Nächstes Jahr macht er eine große Europatour. Er erzählte mir viele coole Geschichten aus seiner Zeit als junger Musiker, als er quer durch die ganze Welt reiste und was er dabei alles so erlebt hat. Unter anderem hat er sich irgendwann in den 70er Jahren mal eine 68er Fender Stratocaster für 40$ im Second Hand Store gekauft, weil er seine Gitarre kurz vor einem Konzert geschrottet hatte und dringend Ersatz brauchte. Ein paar Jahrzehnte später fand er heraus, dass es das gleiche Modell ist, das Jimi Hendrix auf Woodstock spielte, und dass die Seriennummern dieser beiden Gitarren nur sehr knapp auseinanderliegt! Heute hat die Gitarre einen Wert von weit über 30.000$. Eigentlich wollte er sie mir noch zeigen, aber wir waren leider spät dran und sind nach dem Essen direkt auf die Halloween Party.. aber wir treffen uns bald wieder! lui2

Partytime!

Wir sind dann mit dem Taxi zu einer Halloween Party von Lewis Freunden gefahren. Weil Kei und ich kein Kostüm hatten, und Lewi und noch einer seiner Freunde auch nicht, verkleideten wir uns einfach als Frauen. Wir nahmen Kleider von seiner Mutter und Oma und gingen los!

Die Wohnung hatte ca. 100qm, und der Garten auch noch mal 100qm. Die Atmosphäre auf der Party war wirklich der Hammer. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Ich habe mich ungefähr 3 Stunden lang nur mit Jungs unterhalten, die alle auf mich zukamen, und ernsthaft an einem Gespräch interessiert waren. Der Alkohol spielte dabei eine ganz untergeordnete Rolle. Keiner hat sich peinlich aufgeführt. Keiner hat blöd rumgegröhlt. Keiner hat randaliert. Es gab keine Streitereien. Kein Drama. Keinen (übermäßig-) Betrunkenen, obowohl es eine ganze Badewanne voll mit Bowle umsonst gab!

Als ich Kei (mein Japanischer Freund) am späten Abend nach Bier fragte, sagte er, ich solle mal in der Badewanne nachsehen. Ich sagte: Ne, da ist nichts. Er meinte nur: Doch, schau! Dann kniete er sich vor die Badewanne, steckte seine beiden Arme bis zum Ellenbogen in das Wasser und suchte nach den Bierflaschen. Ich flüsterte ihm dann zu: Hey Kei, das ist kein Kühlwasser für Bierflaschen, sondern Bowle! Schlagartig riss er seine Hände aus der Badewanne und schämte sich dann so sehr, dass ich ihm dreimal hintereinander versprechen musste, dass das unter uns bleiben wird. Mir ist danach die Lust an der Bowle vergangen ..

Nach ein paar Stunden kannte sich wirklich jeder. Bei ca. 70 Leuten ist das schon erstaunlich. Weil ich irgendwann müde war, und Kei am nächsten Morgen weiter nach Melbourne fliegen musste, sind wir irgendwann gegen 3:00 nachhause gegangen.lui5

Sydney ist.. wow!

Eigentlich wollte ich heute meine Bewerbungsunterlangen fertig machen, eine Steuernummer beantragen, ein paar Blogposts schreiben, mit meiner Freundin skypen und ein paar Bier trinken. Bis auf letzteres habe ich auch alles geschafft! Doch danach sah es zu Beginn des Tages nicht aus. Als ich mich aufmachte um ein Café mit FreeWifi zu suchen um diese Dinge zu erledigen, verlor ich schnell die Geduld. Ich bin in so einer coolen Stadt und soll bei 30° am Laptop arbeiten? Ne, das kann ich doch auch machen nachdem es dunkel ist..

Also begann ich einfach mal planlos durch die Stadt zu laufen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Sydney ist einfach wunderschön und hat so viel zu bieten. Dazu werde ich aber bald ein paar gesonderte Blogposts schreiben, in denen ich dich direkt durch die Stadt führe und dir die coolsten Spots vorstellen werde. Eine Fotostrecke von Sydney, die ich noch erweitern werde, gibt es aber schon: Fotostrecke Sydney

Warst du schon mal in Sydney? Was soll ich mir ansehen? Was kann ich machen? Ich freue mich über Kommentare!

Wer schreibt hier?

Hi, ich bin Alex! Reisen war schon immer meine Leidenschaft. Nach vielen Trips quer durch Europa und knapp einem Jahr in Australien, bin ich jetzt erst mal wieder in Deutschland gestrandet. Da mich allerdings der "Travelbug" gebissen hat, geht das Reisen natürlich weiter! Hier findest du Erfahrungen aus erster Hand, hilfreiche Tipps und Empfehlungen. Enjoy!

8 Comments

  1. Dagmar 3. November 2014 at 20:02

    Ich fand es sehr schön, einen so persönlichen Beitrag von Dir zu lesen. Tolle Idee und interessant und spannend geschrieben. Wäre schön, öfter mal solche Beiträge lesen zu dürfen.

    • Alex 4. November 2014 at 10:00

      Vielen Dank! Klar, da kommt noch ganz viel!

  2. Mischa 3. November 2014 at 21:18

    Hi Alex,

    na das ging ja in jedem Bereich gleich in die Vollen :)
    Um die Party beneide ich dich, um das Heimweh nicht. Aber es tut hinterher gut, mal so ein starkes, bis dahin unbekanntes Gefühl erlebt zu haben.

    Wünsch dir noch ganz viel Spaß auf deinem Trip!

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Alex 4. November 2014 at 10:01

      Hey Mischa,

      Ja, ich denke das sind genau die Momente, in denen man selbst am meisten wächst/reift.. auch wenn es sich oft furchtbar anfühlt.
      Grüße auch an Dr. D, ich werde mir hier in Australien wahrscheinlich auch einen zulegen 😀

  3. Annie 3. November 2014 at 22:00

    Toller Post!
    Ich bin echt ein Fan von persönlichen Posts und Geschichten. Gerne mehr davon :-)

    Lg Annie

    • Alex 4. November 2014 at 10:02

      Hi Annie,

      danke dir! Wird gemacht!

  4. Marieke 4. November 2014 at 0:08

    Das hört sich doch einfach perfekt an. Solche Erfahrungen machen doch das Reisen aus :) ich wünscj dir noch viel spaß und das du noch mehr solCher Dinge erlebst!
    Viele grüße
    Marieke

    • Alex 4. November 2014 at 10:03

      Hey Marieke,

      danke!
      Ja, das Reisen ist wie eine Schachtel Pralinen .. 😉

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