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Backpacking Portugal – Von Porto bis an die Algarve

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Backpacking Portugal!

Von Porto bis an die Algarve!

Portugal hat wirklich viel zu bieten – coole Städte, schöne Dörfer, tolle Surfspots und eine ewig lange Küste, die an Schönheit kaum zu übertreffen ist!

Ganz egal ob du eher der Städtereisende, oder aber ein Naturfreund bist, hier findest du beides dicht aneinanderliegend und musst dich auf nichts von beiden festlegen!
Ich war mit meiner Freundin 3 Wochen lang, nur mit Handgepäck, quer (oder eher längs) durch Portugal unterwegs. Unsere Schlafplätze haben wir meistens spontan und direkt vor Ort gebucht, nur selten schon vor der Ankunft in der jeweiligen Stadt. Da wir nur mit Handgepäck unterwegs waren und keinen Platz für Zelt, Schlafsack und Isomatte hatten, waren wir leider auf Hostels angewiesen. Im Nachhinein würde ich nie wieder zur Hauptsaison (wir waren im August dort) ohne Campingausrüstung losziehen, weil es schwerer als gedacht war, spontan günstige Unterkünfte zu finden – aber aus Fehlern lernt man! Mit einem Zelt im Gepäck wäre unsere Reise wesentlich entspannter gewesen. Ansonsten war es eine tolle Tour, auf der wir sehr viel erlebt haben. Von Bettwanzen über einen mehrtägigen, spontanen Surfkurs am „Ende der Welt“ war alles dabei!

Hier teile ich meine Erfahrungen und gebe Tipps, was du in Portugal sehen und machen musst, und was du eher vernachlässigen solltest.

 

1. Porto

An der Mündung des Rio Douro im Norden Portugals liegt Porto. Wenn man sich Porto so von der gegenüberliegenden Seite des Flusses ansieht (Foto), hat es schon etwas besonderes. Die Häuser sehen aus, als hätte sie jemand einfach so übereinandergestapelt. Keine Fassade sieht aus wie die andere, von modern bis alt ist alles dabei. Und genau das macht Porto auch irgendwie aus. Der Mix aus sauber und schmutzig, alt und modern, touristisch erschlossen und trotzdem traditionell, gibt Porto seinen Charme. Obowohl der Tourismus boomt hat man hier das Gefühl, als würde sich nicht alles nur um die Einnahmen daraus drehen, so wie es leider immer öfter der Fall ist.

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Porto ist der Geburtsort des Portweins

Und weil es so viel davon gibt, ist er auch relativ günstig! Rund um den Rio Douro gibt es verschiedene Weinkeller, in denen man den berühmten Portwein probieren kann. Außerdem sind viele kleine Läden in den Seitenstraßen versteckt, in denen man günstig sehr guten Portwein in Flaschen kaufen kann. (wesentlich günstiger als die Weinproben!)
Dann einfach dazu sagen, dass du gerne noch Becher dazu hättest, warten bis die Sonne untergeht und nebenbei am Ufer mit Blick auf die Ribeira (Foto) die Flasche leeren – besser kann dein Abend in Porto kaum beginnen!

Die Ribeira ist die Altstadt von Porto

und Unesco Weltkulturerbe. Direkt am Ufer sieht man noch die Boote, mit denen traditionell der Portwein transportiert wurde. Zum spazierengehen ist die Ribeira ganz schön, wenn auch, meiner Meinung nach, kein wirkliches Highlight. Es gibt ein paar nette Restaurants und Cafés am Ufer, und gegenüber des Flusses kann man die, teilweise jahrhunderte alten, Weinkeller sehen. Vom besten Portwein der Welt bis zum ekelhaften Billigwein ist da alles dabei.

Ein kleiner Rundgang durch Porto

Wenn du Porto innerhalb von ca. 3 Stunden ein wenig kennenlernen möchtest, dann kann ich dir diesen Rundgang empfehlen:IMG_7500
Du startest am Torre de Clerigos, ein Kirchturm auf dem du einen sehr geilen Ausblick über die Stadt hast. Dann gehst du weiter zum Bahnhof Sao Bento. Von da aus machst du einen gemütlichen und planlosen Spaziergang durch die Ribeira, lässt dich einfach treiben, bis du am Casa do Infante angekommen bist. Dort ist das Geburtshaus von Heinrich dem Seefahrer und auch einige römischen Ruinen, ganz nett anzusehen. Von da aus gehst du runter ans Ufer und den Weg entlang, bis du auf die gigantische Brücke, Ponte de Dom Luis I, triffst. Anschließend befolgst du am besten meinen Ratschlag bezüglich des Portweins!

 

2. Städte zwischen Porto und Lissabon

Backpacking Portugal – ich glaube um alle sehenswerten Orte dieses Landes gesehen zu haben, bräuchte man viele, viele Monate.aveiro-402629_640
Zwischen Porto und Lissabon gibt es z.B. Aveiro (Foto), das „Venedig Portugals“, oder auch Coimbra, die „Studentenstadt“. Auch Peniche liegt in dieser Region und bietet eine unglaublich coole Landschaft. Es gibt viele tolle Städte, doch wir entschieden uns aufgrund von Tipps der Locals in Porto (leider) für:

Nazaré

– ein sehr beliebter Ort für Surfer. Vom „malerischen Küstenort“, wie uns erzählt wurde, war da aber nichts zu sehen. Es war einfach nur laut, dreckig und überfüllt. Noch dazu waren alle Hostels und Hotels ausgebucht. Es gibt Leute, die buchen Jahr für Jahr Pauschalreisen und sitzen mit tausenden anderen Touristen wochenlang auf dem gleichen Fleck fest und teilen sich 2 Kilometer Strand – Ich hasse das aber, und du wahrscheinlich auch!
Also sind wir, nachdem wir uns eine Stunde dort umgesehen haben, direkt zurück zur Busstation und haben uns Tickets nach Lissabon gekauft.
Wenn du also nicht gerade Surfer bist, meide diesen Ort – jedenfalls zur Hauptsaison!

 

3. Lissabon

Eine geile Stadt, in der wir uns auf anhieb wohlgefühlt haben. Dort kann man auf jeden Fall mehrere Tage verbringen, ohne dass es langweilig wird. Vom Charme her ähnlich wie Porto, allerdings wesentlich größer und lebhafter.

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Am ersten Tag wollten wir uns einfach nur die Stadt ansehen, und sind, wie meistens, einfach mal planlos darauf losgegangen. Irgendwann sind wir dann in der Altstadt von Lissabon, der Alfama gelandet.

Die Alfama

Eine der coolsten Altstädte die ich je gesehen habe – manchmal dachte ich, ich sei in Griechenland. Am besten man legt einfach den Stadtplan aus der Hand und lässt sich gemütlich durch die engen Gassen treiben. Das ganze wirkt wie ein Labyrinth. Neben vielen kleinen Tante-Emma-Läden sieht man auch mal eine Gitarrenbauwerkstatt, oder einen Garten voller Orangenbäume – oder einen riesigen Olivenbaum mitten auf der Straße, der einfach so aus der Straße wächst. Außerdem gibt es viele kleine Cafés und Bars mit sehr gutem Wein und Käse zu günstigen Preisen. Für 0,2L Wein haben wir zwischen 1,00-1,50€ gezahlt, und dabei so einiges durchprobiert!

IMG_7697Als wir dann so gemütlich durch die engen Gassen entlanggingen, kam auf einmal eine Trambahn um die Kurve gefahren. Links und rechts von der Trambahn bis zur Hauswand war gerade mal noch ein Meter – an anderen Stellen war es auch noch enger. Manchmal war es sogar so eng, dass einige Passanten in die Hauseingänge und Garageneinfahrten verschwanden, dass die Tram vorbeifahren konnte. Also, so einen Spaziergang durch die Alfama ist auf jeden Fall eine coole Sache.

Tipp: Wer selbst mal mit der traditionellen Tram quer durch Lissabon, und vor allem durch die Alfama fahren möchte, der muss zur Station hinter Rossio gehen und sich dort in die Warteschlange der Trambahn Nr. 28 einreihen. Nach ca. 30 Minuten kommt man dann mal rein. Die 45 Minutenlange Achterbahnfahrt, die nur 2,85€ kostet, lohnt sich wirklich – im Prinzip ist das nämlich eine (fast) komplette Stadtrundfahrt.

Lissabon gratis

In Lissabon kann man einige schöne Dinge umsonst mitnehmen. Zum Beispiel ist der Eintritt am Sonntagvormittag, genau wie in Porto, zu sehr vielen Museen gratis. Außerdem gibt es einige Museen die generell gratis zu besichtigen sind, wie das MUDE (Design-Museum), Museu Coleccao Berardo (Avantgarde Museum). Außerdem gibt es kostenfreie Weinproben von ViniPortugal, wo die Warteschlange allerdings so lang war, dass wir lieber nach nebenan gegangen sind und ein paar Euro gezahlt haben. Ich bin zwar nicht der große Kirchengänger, aber es gibt zB. die Sé, Igreja de Sao Roque und die Igreja de Sao Domingos, die sehr schön sein sollen.

Was ich von all diesen Dingen aber wirklich empfehlen kann, ist die kostenlose Führung durch die römischen Ruinen im Nucleo Arqueologico. Unter der Banco Comercial gelegen, ist dieses Tunnellabyrinth der Überrest einer römischen Bäderanlage aus dem 1. Jh.. Jeweils zur vollen Stunde gibt es eine englischsprachige Führung in die Tiefe, dauert ca. 45 Minuten.

 

Tolle Tagesausflüge

Rundherum um Lissabon lassen sich tolle Tagesausflüge machen.

Zum einen gibt es da Cascais, ein kleines Dorf am Meer, das ein sehr beliebtes Badeziel ist. Na ja, ganz schön, aber vor allem in den heißen Sommermonaten auch ziemlich überlaufen. Wer es aber wirklich gar nicht mehr aushalten kann erst an der Algarve ins Meer zu springen, oder nur in Lissabon bleibt, der findet  hier ein paar schöne Strände.

Dann gibt es da noch Cacilhas. Dieser Vorort liegt direkt gegenüber von Lissabon. Die größte Attraktion ist der Cristo Rei, eine 110m große Jesus Statue, die von so ziemlich überall aus zu sehen ist. Sie wurde 1959 gebaut um Gott zu danken, dass Portugal vom zweiten Weltkrieg verschont blieb. Leider waren wir zu spät dran und konnten nicht bis nach ganz oben. Wäre bestimmt eine coole Aussicht gewesen. Die Öffnungszeiten sind nur bis 18.30Uhr, unbedingt darauf achten! (Foto am Ufer von Cacilhas)IMG_8474

Außerdem ist Cacilhas bekannt für seine Restaurants. An jedem Eck sind die Schaufenster und Vitrinen voll mit Meeresfrüchten. Obowohl wir immer sehr sparsam waren, haben wirs an diesem Abend mal krachen lassen – und haben uns eine Meeresfrüchteplatte für 48€ bestellt. Und es hat sich gelohnt!

Der schönste Tageausflug in Lissabon war aber der nach Sintra!
Dort liegt ein schönes Schloss, das aber vor allem wegen seinem beeindruckendem Garten außenherum die Besucher anzieht. In diesem Märchenwald findet man Fußwege, die sich überall durchschlängeln – mal durch ein Gebüsch, mal führen sie einen in eine Höhle. Mal geht es unterirdisch weiter, mal durch enge, tropfende Gänge unter einem Wasserfall hindruch. Zum Schluss endet man dann beim 30m tiefen Brunnen, entweder oberhalb oder unterhalb davon. Wirklich ein toller Tagesausflug.

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Vom Bahnhof Rossio in Lissabon kann man für gerade mal 2,15€ mit dem Zug nach Sintra fahren. Der Zug fährt alle 15 Minuten und die Fahrt dauert ca. 40 Minuten.

 

4. Sagres und Lagos an der Algarve

 

Die Algarve war bisher einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe. Leider waren wir nur an zwei Orten, nämlich in Lagos und Sagres. Auf jeden Fall werde ich mir in Zukunft noch mal die gesamte Algarve in Ruhe mit einem Mietwagen ansehen. Die 10 Tagen, die ich dort verbracht habe, waren einfach viel zu kurz.

Lagos

Ein sehr lebhafter Ort, der touristisch sehr erschlossen ist. Obwohl ich das eigentlich nicht so besonders mag, habe ich mich dort sehr wohlgefühlt. Dort wird dem Durchschnitts-Touristen, der ich manchmal auch gerne kurzzeitig bin, einfach alles geboten – Tolle Landschaft, tolle Restaurants, tolle Partys, eine Menge Aktivitäten, glasklares Wasser, tolle Strände und auch ein paar Sehenswürdigkeiten.
Was mich aber wirklich umgehauen hat, war der Cliff-Walk. Die Aussicht ist einfach der Hammer! Aber da lasse ich am besten die Fotos sprechen.IMG_8084

Wenn du die gigantischen Felsformationen und Buchten mal hautnah besichtigen möchtest, und nicht nur von oben beim Cliff-Walk, findest du am Ufer zahlreiche einheimische Fischer, die dich mit ihrem Fischerboot hinfahren. Außerdem kannst du, und das fand ich noch cooler, eine Kanufahrt in bzw. durch die Buchten dort machen. Am besten versuchst du aber dir ein Kanu zu mieten, und nicht an einer dieser geführten Touren teilzunehmen.

Sagres

Sagres ist dann wohl das komplette Gegenteil von Lagos. Sehenswürdigkeiten gibt es dort so gut wie keine. Auch sonst ist da eigentlich nichts los, und unser Host in Lagos sagte, 2 Stunden für die Besichtigung von Sagres wäre genug – länger würde man es in „The Village“ eh nicht aushalten. Na ja, ganz so schlimm war es dann auch wieder nicht. Die Landschaft in Sagres ist ähnlich schön wie in Lagos, nur ist da eben nichts los. Aber auch das hat irgendwie wieder seinen Reiz gehabt.
Warum Sagres aber trotzdem so bekannt ist, und es fast jeder Tourist besucht, hat zwei Gründe:

1. Surfen, Surfen, Surfen!
Wir haben dort auch einen Surfkurs gemacht, und es war wirklich sehr cool. Total nette Leute und ganz viel Spaß! Wer also noch nie gesurft ist, sollte das in Sagres auf jeden Fall mal machen. Es gibt i.d.R. 1, 3 und 5 Tageskurse für Einsteiger. Pro Tag zahlt man ca. 50€, inkl. allem Drum und Dran. Das war es wirklich wert!
Was anderes als Surfen kann man dort eigentlich auch nicht machen..

2. Der südwestliche Punkt Europas, bzw. „Das Ende der Welt“
Das ist der Hauptgrund, weshalb Sagres so häufig besucht wird. Früher, vor der Entdeckung Amerikas, dachte man nämlich, dass an diesem südwestlichsten Punkt Europas das „Ende der Welt“ liegt und es ab da nicht mehr weitergehe. Und zugegeben, so ein bisschen den Eindruck hat man an diesem Punkt auch wirklich.

 

Fazit zu Backpacking Portugal: Ein extrem cooles und abwechslungsreiches Land, das auf jeden Fall eine Reise wert ist. Oder auch zwei oder drei. Die Algarve ist in Europa so ziemlich einer der schönsten Punkte, die ich bisher gesehen habe, und eine längere Tour entlang ist sicherlich ein unvergessliches Erlebnis!

Warst du schon mal in Portugal? Was kannst mir für meinen nächsten Trip dorthin empfehlen? Über Kommentare freue ich mich sehr!

 

 

Wer schreibt hier?

Hi, ich bin Alex! Reisen war schon immer meine Leidenschaft. Nach vielen Trips quer durch Europa und knapp einem Jahr in Australien, bin ich jetzt erst mal wieder in Deutschland gestrandet. Da mich allerdings der "Travelbug" gebissen hat, geht das Reisen natürlich weiter! Hier findest du Erfahrungen aus erster Hand, hilfreiche Tipps und Empfehlungen. Enjoy!

5 Comments

  1. Natalie 22. September 2014 at 20:29

    So eine coole Seite! Hilft bestimmt vielen ☺️

  2. Mavors 23. Juli 2015 at 15:02

    Beste Seite über Backpacking in Portugal! Hat mir sehr geholfen, vielen Dank!

    • Alex 14. Oktober 2015 at 22:26

      Dankeschön :)

  3. Tizian 5. Januar 2016 at 14:46

    Hay Alex :)
    Ich war letzt auch (leider nur) eine Woche in Portugal. Ebenfalls nur mit Handgepäck ging es in Porto los nach 3 Nächten ging es spontan nach Lissabon. Sinatra war für mich das Schönste und Beste an dem Trip. Ich habe mich in diesem Ort verliebt! 😀
    Ich kann die Tips zu Lissabon und Porto nur bestätigen:). Ich persönlich fande die Streetart touren die oft angeboten werden für eine super Sache kann ich empfehlen:).
    Ein negativ Punkt habe ich an Portugal, die Fleisch-Kultur waren für mich als Vegetarier nicht grade von Vorteil:D. Satt bin ich doch immer geworden ;).

    Super Bericht, gefällt mir sehr Grüße Tizian 😉

    • Alex 16. Januar 2016 at 22:01

      Ui, das freut mich zu hören!

      Das mit dem Fleisch stimmt.. ist aber generell so ein südeuropäisches Ding finde ich..
      Und ja, Sintra ( Sinatra war wer anders 😉 ) ist wirklich ein Paradies. Freut mich, dass dir der Blogpost gefallen hat!

      LG

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